Mit dem Smartphone verwachsen

EL-Kurier, 19. März 2017

Lehrer entdecken das Projekt IT2School – Eine App für die eigene Schule

Mit dem Smartphone verwachsen
Den beiden Lehrern Alexander Willeke (l.) und Marcel Brünink von der Papenburger Michaelschule gefällt das Projekt „IT2School“.

Fotos: Andreas Meinders/Michaelschule Papenburg

Papenburg (eb) – Sie wollen den Informatik-Unterricht an Schulen stärken. Dafür haben die Mitglieder des Vereins „Software-Netzwerk Leer“ das bundesweite Projekt „IT2School“ in die Region geholt. Zwei Lehrer aus Papenburg sind mit dabei.

In der Vorwoche fand in Aurich der Projekt-Auftakt mit einer Lehrerfortbildung statt. Über 50 Pädagogen von 31 Schulen nahmen teil, darunter einige Emsländer. „IT2School blickt hinter die Kulissen der digitalen Welt“, erläutert Professorin Dr. Ira Diethelm von der Universität Oldenburg, die das Unterrichtskonzept entwickelt hat. „Kinder und Jugendliche scheinen mit dem Smartphone verwachsen. Mit der Technik hinter den Anwendungen kennen sie sich leider viel zu selten aus.“

Genau das sollen die jungen Leute künftig in den Schulen kennenlernen, wenn es nach dem „Software-Netzwerk Leer“ geht. Daher sind die hiesigen IT-Firmen Mitglied im Verein „Wissensfabrik Deutschland“ geworden, der „IT2School“ bundesweit voranbringt.

In Aurich lernten die Lehrkräfte aus der Region die verschiedenen Module des Projekts in Workshops kennen und probierten sie sogleich aus. Unter anderem lernten sie, wie das Internet funktioniert, wie programmiert wird und wie Apps entstehen. Gut besucht war auch der „Workshop 7“, der das neue Programmier-Wunder namens Calliope vorstellte. Ein Kleinstcomputer auf einer Platine, der in eine Hand passt. Damit können Kinder ab der 3. Klasse das Programmieren lernen.

Alexander Willeke und Marcel Brünink von der Michaelschule in Papenburg haben während des Fachtages das Konzept „IT2School“ erstmals kennengelernt: „Das Projekt ist super. Es ist auf die Schulen zugeschnitten und kann unseren Informatik-Unterricht über alle Klassenstufen hinweg bereichern“, sagt Willecke und sein Kollege Brünink ergänzt: „Dank des umfangreichen Unterrichtsmaterials finden auch fachfremde Lehrer einen leichten Einstieg.“

Die beiden Oberschullehrer haben sich auf dem Fachtag unter anderem damit beschäftigt, wie Apps entstehen. Noch während des Workshops haben sie eine eigene App für die Michaelschule entwickelt. Das hat kaum länger als eine Schulstunde gedauert: „In nicht einmal 60 Minuten war unsere App fertig“, freut sich Alexander Wilecke über den Lernerfolg, den er gerne an seine Schüler weitergeben wird.

Auch Heinz-Hermann Hockmann von der Heinrich-Middendorf-Schule hat, wie er sagt, „interessante Ideen“ für den IT-Unterricht an seiner Oberschule mitnehmen können. Dass sich das neue Projekt an allen Schulen in das Kerncurriculum Informatik einbinden lässt, unterstrich Uwe Probol vom „Kompetenz-Zentrum für Lehrerfortbildung“ in Aurich.

Bevor Schulen das Projekt „IT2School“ einsetzen können, benötigen Sie einen Bildungs-Partner aus der Wirtschaft. Während das Projekt bundesweit bereits läuft, war der Nordwesten bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte des Unterrichts-Konzepts. Neuerdings steht in der Region der Verein „Software-Netzwerk Leer“ als Bildungs-Partner bereit. „Wir werden einigen Schulen die Teilnahme an IT2School ermöglichen“, sagte Andreas Meinders aus dem Vorstand des Bündnisses, in dem 13 IT-Unternehmen sowie Stadt und Landkreis Leer mit vereinten Kräften das Projekt fördern wollen. Das wiederum erstaunte Dr. Axel Jentzsch von der Wissensfabrik, der eigens für den Fachtag aus Ludwigshafen in die Nordwest-Region gekommen war: „Das ist bundesweit einmalig, dass so viele Unternehmen gleich mit mehreren Schulen kooperieren wollen. Meistens geht es nur darum, dass ein einzelnes Unternehmen mit einer Schule zusammenarbeitet.“ Infos unter Tel. 491/927822234 oder info@software-leer.de


Originalseite der EZMit dem Smartphone verwachsen
EL-Kurier vom 19.03.2017


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