Papenburger darf Lieberknecht beeindrucken

Ems-Zeitung, 6. Januar 2017

Nachwuchskicker Patrick Siemer wechselte ins Leistungszentrum von Eintracht Braunschweig

Patrick Siemer darf Torsten Lieberknecht beeindrucken
Patrick Siemer
(rechts) verfolgte die ersten drei Saisonspiele im Trikot von Eintracht Braunschweig lediglich
von der Bank aus. Nun gehört er zum Stammpersonal und markierte bislang einen Treffer.

Foto: Peter Sierigk.

Er hat das Emsland verlassen, um seinem Traum vom Profifußball ein Stück näher zu kommen: Nachwuchskicker Patrick Siemer wechselte im vergangenen Sommer vom Jugendleistungszentrum Emsland zu den B-Junioren von Zweitligist Eintracht Braunschweig.

Von Kim Patrick v. Harling

Braunschweig. Am 3. Dezember des letzten Jahres um circa 15.18 Uhr war es so weit. Der Ball zappelte im Netz. Es war das 4:0 in der Bundesliga-Partie zwischen den B-Junioren von Eintracht Braunschweig und Hansa Rostock. Es lief die 63. Minute, das Spiel war bei nur noch 17 verbleibenden Minuten ohnehin schon entschieden. Doch für Patrick Siemer aus Papenburg war der Treffer etwas ganz Besonderes. Denn es war sein Tor. Sein erstes Tor im Trikot der Löwen. Siemer ist mittlerweile unangefochtener Stammspieler.

Der 16-jährige Rechtsverteidiger kam im vergangenen Sommer seinem Traum vom Profifußball ein großes Stück näher. Damals wechselte er vom Jugendleistungszentrum Emsland zum Nachwuchs des Zweitligisten Eintracht Braunschweig. „Der damalige Trainer war überzeugt von mir. Ich hatte es mir gut überlegt, weil auch andere Vereine mich holen wollten“, erinnert sich Siemer an den ersten Kontakt mit U-17-Coach Benjamin Duda. „Für mich stand aber schnell fest, dass Braunschweig das Richtige für mich war.“

Jeder Anfang ist schwer, das musste auch Siemer am eigenen Leib erfahren. Die Umstellung war groß. Der Alltag änderte sich komplett. Der Emsländer musste einiges dazulernen. „Man hatte dann auf einmal nicht mehr die Mutter an der Seite, die einem alles gezeigt hat“, berichtet Siemer und schmunzelt dabei. „Ich musste mich daran gewöhnen, selbst zu kochen und Wäsche zu waschen.“ Er lebt im Internat des Nachwuchsleistungszentrums des Zweitligisten.

„Großer Sprung“

Auch sportlich veränderte sich so einiges. Die Saisonvorbereitung, „die hart und anstrengend war“, verlangte Siemer von Beginn an alles ab. Testspiele gegen den VfL Bochum und Borussia Dortmund wurden nur knapp verloren. „Für mich war es schon ein wirklich großer Sprung“, weiß der Papenburger. In Braunschweig trainiert Siemer zweimal am Tag, die Intensität ist im Vergleich zu den Einheiten beim JLZ um einiges höher. „Das Training dauerte viel länger und war intensiver. Die Belastung war deutlich höher“, sagt Siemer. „Am Anfang brauchte ich etwas Zeit, um mich im Verein und der Umgebung zurechtzufinden.“

Das Abenteuer B-Junioren-Bundesliga verfolgte Siemer während der ersten drei Saisonspiele zunächst auf der Bank, wurde jedoch stets eingewechselt. Am 3. September stand der 16-Jährige zum ersten Mal in der Startelf. Mit 4:0 siegten die Löwen gegen Hertha BSC Berlin. Seinen Stammplatz sollte er in der Folge nicht mehr abgeben, spielte bis zur Winterpause jede Partie über die vollen 80 Minuten.

Siemer machte auf sich aufmerksam – bis zur höchsten Stelle. Torsten Lieberknecht, seines Zeichens aktueller Cheftrainer der Zweitligamannschaft, beobachtet ihn im Perspektivteam. „Dort trainiert Lieberknecht die besten Spieler aus der U 17, U 19 und U 23 für die erste Herrenmannschaft“, zeigt sich Siemer zu Recht mehr als stolz. Das Perspektivteam wird immer wieder neu zusammengestellt und bestreitet unter den Augen von Lieberknecht eine Partie gegen eine Herrenmannschaft. „Lieberknecht ist ein sehr netter und offener Trainer“, freut sich Siemer. Für ihn ist es die perfekte Möglichkeit, eine Visitenkarte zu hinterlassen und die Tür zum Profifußball ein weiteres Stück zu öffnen.



Originalseite der EZPapenburger darf Lieberknecht beeindrucken
Ems-Zeitung vom 06.01.2017




Das „Löwen“-Nachwuchszentrum

Das aktuelle Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Braunschweig wurde am 1. August 2012 am Sportpark Kennel bezogen. Nur vier Jahre später wurde das Konzept von der belgischen Agentur Double-PASS sowie deren Tochterfirma Foo-PASS Deutschland mit drei Sternen ausgezeichnet. Das alles geschah im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Das Ausbildungskonzept umfasst neben der fußballerischen Ausbildung die Bereiche Psychologie, Pädagogik und Sportmedizin.


 


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