Michaelschule in Papenburg zeigt „Linke gegen rechts“

Ems-Zeitung, 02. Juli 2014


Ernennung zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – Plakatwand mit mehr als 400 Handabdrücken

2014 - Schule ohne RassismusGegen Rassismus setzen sich die Schüler der Michaelschule zusammen mit Marius Jung (mit Urkunde)
und Gennaro Argentato (vorne, Zweiter von rechts) ein.
Foto: Florian Feimann


ffe PAPENBURG. Die Michaelschule am Papenburger Obenende ist am Dienstag offiziell zur „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ ernannt worden. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben sich elf Schüler innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Projekt auseinandergesetzt. Dabei entstand unter anderem eine Plakatwand mit mehr als 400 Handabdrücken.

Im Projektzeitraum setzten die beteiligten Schüler verschiedene Ideen um, die sie während der Verleihungszeremonie vorstellten. So hatten sie eine mehrere Quadratmeter große Plakatwand organisiert, auf der über 400 Schüler der Michaelschule einen bunten Abdruck ihrer linken Hand verewigten und damit ihre „Linke gegen rechts“ zeigten. Sie konnten zudem antirassistische Gedanken auf dem Plakat notieren.

Eine weitere Aktion der Arbeitsgemeinschaft war „Hupen gegen Nazis“. Dabei fertigten die jungen Leute Schilder mit eben dieser Aufschrift an und forderten an roten Ampeln Autofahrer zum Hupen auf, um sich gegen Fremdenfeindlichkeit auszusprechen. Teilweise, so berichteten die Teilnehmer, habe es auch gegenteilige Reaktionen gegeben. Sogar der Hitlergruß sei ihnen gezeigt worden.

Ursprung des Projektes war die Aktion „Mut zum Fremden“, die an der Michaelschule unter der Leitung des Sozialpädagogen Gennaro Argentato und in Kooperation mit der Papenburger Volkshochschule durchgeführt worden ist.
Mit ihrer Arbeit wollten die Schüler „Vielfalt als Chance“ zeigen, um unterschiedliche Kulturen kennenzulernen, statt abzulehnen und voneinander zu lernen. „Wir sind sehr froh, dass wir dieses Ziel heute erreicht haben“, sagten sie.

Als Paten für ihr Projekt konnten die elf Schüler den Komiker und Autor Marius Jung aus Köln gewinnen, der momentan mit seinem Satirewerk „Singen können sie alle – Handbuch für Negerfreunde“ Schlagzeilen macht. Darin erklärt Jung den „Umgang mit Schwarzen in Deutschland“. Er sagte, es sei wichtig, in Schulen dem Rassismus entgegenzuwirken, weil dort die Keimzelle für rassistisches oder antirassistisches Verhalten liege.

Die schulfachliche Dezernentin der Landesschulbehörde, Karen Mull, berichtete, die Michaelschule sei die 188. Schule in Niedersachsen, die die Auszeichnung erhalte. Um den Titel dauerhaft tragen zu dürfen, muss die Schule unter anderem jährlich ein Projekt gegen Rassismus durchführen.


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