Grenzübergreifende Berufsorientierung

Ems-Zeitung, 16. November 2013

Niederländische Schüler zu Gast an der Michaelschule

2013 Grenzübergreifende Berufsorientierung
Sichtlich Spaß hatten die niederländischen Schüler beim zweitägigen Besuch an der Papenburger Michaelschule
Foto: Anna Kröger

Von Anna Kröger

PAPENBURG. In Bezug auf die berufliche Orientierung kann auch ein Blick über den „nationalen Tellerrand“ hinweg lohnenswert sein. Diese Erfahrung haben jetzt 17 Neuntklässler der Michaelschule Papenburg und 19 Schüler der „De Waerdenborch-Schule“ in Holten (Niederlande) bei gegenseitigen Besuchen gemacht.

Der Austausch, bei dem die Jugendlichen jeweils zwei Tage lang zu Gast in der Region und Schule des Nachbarlandes waren, ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Comenius-Projekts „IMPULS“. Ziel ist es, die berufliche Mobilität und Orientierung von Schülern in Grenzregionen nachhaltig zu fördern.

Bei dem deutsch-niederländischen Austausch sollten sich die Schüler deshalb schwerpunktmäßig mit den Ausbildungsmöglichkeiten und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ihrer Regionen befassen und die Unterschiede des Berufsausbildungssystems in ihren Ländern herausarbeiten. So standen in Papenburg unter anderem der Besuch einer Unterrichtsstunde, eine gemeinsame, praktische Projektarbeit im Bereich Holz und Kunst sowie die Besichtigung der Meyer Werft auf dem Programm. Um Srachkenntnisse zu erwerben und einen Einblick in die landestypischen Lebensweisen und Gepflogenheiten zu erhalten, waren die Schüler zudem bei Gastfamilien untergebracht.
 


Während in Deutschland das duale Ausbildungssystem mit den Lernorten Betrieb und Berufsschule vorherrscht, ist die berufliche Bildung in den Niederlanden „theorielastiger“ und findet überwiegend in der Schule statt, erklärt Projektbegleiter Cees Terlouw, Professor an der Fachhochschule Saxion in Enschede. Rund 30 Prozent der niederländischen Fachhochschüler brechen die begonnene Ausbildung ab oder wechseln die Studienrichtung, berichtet Terlouw und verweist auf die „mangelhafte Studien- und Berufsorientierung“. Gerade deshalb sieht er in dem „IMPULS-Projekt“ eine „Riesenchance“ für die Schüler, sich möglichst früh auch grenzübergreifend mit verschiedenen Ausbildungs-möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Koordinator des auf drei Jahre angelegten Projektes, das im Sommer 2014 ausläuft, ist das Institut für Ökonomische Bildung in Oldenburg. Partner sind neben der Schule in Papenburg, Holten und der Saxion Fachhochschule auch die Bildungsverwaltung sowie das Methodikzentrum in Gorzow Wielkopolski (Polen) sowie weitere Schulen aus den Niederlanden,Polen und Deutschland.



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