Michaelschule ist 100 Prozent Werder

Kirchenbote, 17. Oktober 2010

2010_10_werderpartnerAcht Jahre währt die Partnerschaft zwischen dem SV Werder Bremen und der Michaelschule, einer Haupt- und Realschule in Papenburg. Einen Nutzen haben beide davon.

Im Büro von Schulleiterin Margret Sandmann liegen Per Mertesacker, Claudio Pizarro und Tim Wiese und grinsen. Torsten Frings liegt da auch, aber der grinst nicht, der guckt, als habe ihn jemand aus der Nationalmannschaft gestrichen. Natürlich liegen die Fußballprofis nicht wirklich dort, sie sind nur auf der Titelseite des Werder-Bremen-Jahrbuchs 2009/2010 abgebildet, das abgegriffen auf der Fensterbank ruht.

Würde die Michaelschule Papenburg zu einem Farbberater gehen, um feststellen zu lassen, welche Farbe zu ihrem Charakter passt, würde der wohl sagen: Grün-Weiß – die Vereinsfarben des SV Werder Bremen. Seit acht Jahren ist die Haupt- und Realschule über das Projekt „100% Werder“ einer der Partner des Fußball-Bundesligisten, ein Partner der ersten Stunde – sozusagen.

Damals startete der Verein das Projekt, kurz nachdem klar war, dass Bremen nicht zu den Austragungsorten der Fußballweltmeisterschaft 2006 gehören würde. Da habe sich die Vereinsführung überlegt, „wie sie den Menschen der Region auf andere Weise etwas geben könnte“, sagt Anne-Kathrin Laufmann. Sie leitet das Sozialmanagement des Vereins.

Es gibt keine Kooperationsverträge für die Schulen. Nur Anforderungsprofile. Wer an Sportwettkämpfen teilnehme, Projektwochen starte und gesunde Ernährung in den Schulalltag einfließen lasse, bleibe ein 100-Prozent-Werder-Partner, sagt Laufmann. Die Partnerschulen erhalten Freikarten und Fanmaterial. Gelegentlich besuchen Werder-Trainer den Sportunterricht und bilden die Lehrer fort. Die Michaelschule hat in den Partnerschaftsjahren unzählige Sportturniere organisiert, die Lehrer haben sich zu den Themen Bewegung und Ernährung informiert. Schüler und Eltern seien begeistert, sagt Sportlehrer Günther Meyer. Er ist derjenige, der ständig neue Aktionen anstößt. Auch wenn er davon nichts wissen will. Meyer hört nicht auf zu erwähnen, dass alle Lehrer mitmachen, dass im Religionsunterricht über Glauben und Sport gesprochen wird und in Englisch über healthy food, über gesunde Nahrung und dass manche Schüler an ihrem Geburtstag statt Süßigkeiten inzwischen Obst ausgeben.

Künftig sollen die Eltern stärker einbezogen werden, es soll Kochabende geben und Gesundheitsvorträge. Das Projekt sei „gemeinschaftsstiftend ohne Ende“, befindet Schulleiterin Sandmann. Der Verein hat auch einen Nutzen davon. Er gewinnt Fans – und zwar nicht nur unter den Schülern. „Inzwischen gucken sogar viele Kollegen Werder, die sonst nichts für Fußball übrighaben“, betont Sandmann. Manche sollen sogar Werder-Jahrbücher in ihren Büros liegen haben ...

Weitere Informationen zum Projekt auf unserer Website

 

Werder setzt auf Zusammenarbeit

SV – das steht beim SV Werder Bremen für „Sportverein“. Seit November 2002 verwendet Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer diese Abkürzung auch für „soziale Verantwortung“. Denn die müsse ein Fußballbundesligist seiner Meinung nach übernehmen. Deshalb stieß Fischer das Projekt „100% Werder“ an. 100 Vereine und 100 Schulen wurden zu Partnern des Bundesligisten. Inzwischen unterhält Werder ähnliche Partnerschaften mit Kindergärten und anderen Gruppen. Weitere Schulen kamen hinzu und ersetzten die Partner, „die nur Karten abgreifen wollten“, sagt Anne-Kathrin Laufmann, die das Werder-Sozialmanagement leitet. In ihrer Abteilung arbeiten zehn Hauptamtliche und vier ständige Praktikanten. (msb)

Informationen für Schulen unter Telefon 0 18 05/93 73 37 und http://www.werder.de.

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