Mittwochs immer im Betrieb

Die Michaelschule in Papenburg kooperiert eng mit der Wirtschaft

TeZett vom 13.11.2008  


Mittwochs immer im BetriebLehren und lernen berufsorientiert (von links): Gerlinde Alsmeier, Leiterin des
 Wahlpflichtkurses Soziales, Pflege und Gesundheit, die Schülerinnen Annika Hanneken
 und Tatjana Voskuhl sowie Konrektor Ludger Mählmann

Foto: Ulrike Berg

„Berufsorientiertes Lernen“ heißt das Erfolgsmodell.
Von TeZett-Redakteurin Ulrike Berg

Papenburg „Mehr als 25 Prozent unserer Haupt- und Realschüler haben schon ein Ausbildungsplatzangebot, bevor sie ihren Schulabschluss haben.“ Ludger Stukenborg, Leiter der Michaelschule in Papenburg, kommt richtig ins Schwärmen. Das Bildungskonzept „Berufsorientiertes Lernen“ an seiner Schule ist so erfolgreich, dass es schon mehrfach ausgezeichnet wurde, zum Beispiel mit dem „Ausbildungspass“ der Wirtschaftsjunioren Deutschland und kürzlich mit dem Seneca-Preis des Bundeswirtschaftsministeriums.

„Alle profitieren“

Seit Jahren gab es auf dem Ausbildungsmarkt nicht so viele Ausbildungsplätze wie jetzt. Jedoch bemängeln viele etriebe die fehlende Qualifikation und den oft schwachen Schulabschluss vieler Kandidaten. Das allerdings trifft auf die Schüler und Schülerinnen der Michaelschule mindestens seit dem Jahr 2000 nicht mehr zu. Seitdem gibt es nämlich das Modell „Berufsorientiertes Lernen“, „von dem alle profitieren: Schüler, Betriebe und natürlich auch die Schule“, erklärt Konrektor Ludger Mählmann vom Fachbereich Arbeit, Wirtschaft und Technik. Nahezu alle Schüler bekommen einen Ausbildungsplatz und die Betriebe stellen Lehrlinge ein, die sie bereits kennen. Und das geht so: Die Michelschule arbeitet seit 2000 eng mit örtlichen Firmen zusammen. So gibt es Zielvereinbarungen mit den Handwerkskammern Aschdenorf-Hümmling und Ostfriesland und Kooperationsverträge mit ortsansässigen großen Industriebetrieben wie der Meyer-Werft oder der KS Gleitlager.
Seit diesem Schuljahr gibt es auch eine Zusammenarbeit mit den Berufsfachschulen für Altenpflege sowie Kranken- und Heilerziehungspflege als auch mit verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Neben der beruflichen Vorbildung in der Michelschule durch entsprechende Wahlpflichtkurse absolvieren die Haupt- und Realschüler zunächst ein 14-tägiges Kompaktpraktikum. Darauf folgen die Betriebstage. „Das heißt, dass die Jugendlichen immer mittwochs ganztägig im Betrieb arbeiten“, erklärt Stukenborg.

Sicherheit bei der Berufswahl

Annika Hanneken und Tatjana Voskuhl aus dem Jahrgang zehn der Realschule haben ihren Wunschberuf mit Hilfe des Praktikums gefunden. Annika: „Ich wollte erst in die Verwaltung, aber dank der Berufsorientierung und des Praktikums finde ich Altenpflege wirklich toll.“ Ähnlich auch bei Tatjana. Sie absolvierte ein Praktikum beim ambulanten Pflegedienst Hövelmann in Papenburg: „Ich werde auf jeden Fall Altenpflegerin“, weiß sie jetzt. Beide Mädchen wissen, dass sie in einigen Fächern noch etwas mehr tun müssen. „Aber nun wissen wir wofür“, sagen sie. Auch von Seiten der Betriebe weiß man die Vorzüge der Kooperation zu schätzen: „Wir können unsere möglichen zukünftigen Auszubildenden kennenlernen. Es klappt hervorragend. Motivation und Qualifikation stimmen“, sagt Wilfried Kampen, Ausbildungsleiter bei der Firma KS Gleitlager in Papenburg.

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