Die Altenpflege auch am eigenen Leib erfahren

Realschülerinnen legen Praxistag in Berufsfachschule ein

SonntagsReport, 23.06.2008

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Beim Anreichen der Nahrung gilt ganz besonders: "So viel Hilfe wie nötig und so wenig wie
möglich", erklärt Jürgen Kothe (rechts) Gerlinde Alsmeier, Lehrerin an der Michaelschule.
Foto: Mechthild Germann
Papenburg (meg) „Anstelle von Akten, möchte ich in meinem Berufsleben von Menschen umgeben sein.“ So lautete das Fazit von 17 Realschülerinnen der Michaelschule am Ende des Projekttages in der Berufsfachschule für Altenpflege der Stiftung Marienhospital im St. Angela Wohnheim. Den Tag organisierten die Altenpflegeschülerinnen, die erst im Oktober 2007 mit ihrer Ausbildung begonnen haben. „An diesem Vormittag haben wir mit viel Spaß einen tiefen Einblick in die Altenpflege bekommen“, so lautete das große Kompliment der Neunklässler an die Organisatorinnen. Den Realschülerinnen wurde an Stationen praxisnah der Umgang mit alten Menschen vermittelt. Am eigen Leib konnten sie erfahren, wie es ist, wenn man das Essen angereicht bekommt oder wie man Patienten rückengerecht bettet. Eingeschränkte Feinmotorik birgt viel Probleme im Alltag. Das erfühlten die Schülerinnen beim Münzen einsammeln und gleichzeitig einen dicken Handschuh tragen mussten.

Schulleiter Jürgen Kothe erklärte, man wolle  junge Menschen für den Beruf in er Altenpflege sensibilisieren. Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt dieser Beruf Beschäftigungssicherheit.
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Grund genug jetzt noch weiter mit der Michaelschule zusammenzuarbeiten. Nach den Herbstferien werden die Realschülerinnen ein zweiwöchiges Praktikum in einer Einrichtung machen. Sie haben sich bereits die Praktikumsstellen besorgt. Dabei sind die Altenpflegeschülerinnen, mit denen die Mädchen den Vormittag verbrachten, ihre Patinnen. Anschließend werden die Realschülerinnen bis Februar 2009 einen Nachmittag pro Woche in der Stelle arbeiten.

Man werde künftig auch mit der Kirchschule sowie der Amandusschule in Kontakt treten, um junge und alte Menschen in der Region zusammenzuführen, kündigte Schulleiter Kothe an.

Zur Sache

Zum Welt-Alzheimertag im Jahr 2007 lobte die Deutsche Alzheimer Gesellschaft einen Kreativwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene aus, an dem die Schüler der Berufsfachschule Altenpflege in Papenburg teilgenommen haben."Wir wollen ein Bewusstsein schaffen und Vorurteile abbauen, aber auch junge Menschen ermutigen, mit Alzheimer-Kranken zu Hause oder in Einrichtungen Kontakt aufzunehmen", sagen die Schüler. Dabei gilt, durch einfache Hilfen wie Spaziergänge oder Kartenspielen Abwechslung in den Alltag zu bringen. Interessierte wenden sich an die

Berufsfachschule für Altenpflege
Hauptkanal rechts 75
26871 Papenburg
Telefon 04961-3030

oder an die

Alzheimer Gesellschaft Papenburg-Emsland Rathausstraße 13
26871 Papenburg

Im Internet: www.altenpflegeschule.net

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