„Schnupperkurs" Altenpflege für Schüler

Projekt startet nach den Sommerferien - Erfahrungen sammeln

Ems-Zeitung, 14.06.2008

SchnupperkursAltenpflegeJuni2008
Das Projekt stellten (von links) Jürgen Kothe, Ludger Stukenborg, Gerlinde Alsmeier,
Ludger Mählmann, Laura Stubbe, Vanessa Hanke, Tatjana Voskuhl, Nicole Deters,
 Anja Jansing und Sonja Bögemann vor.                     Foto: Niels Reinhard

nr PAPENBURG. Die Berufsfachschule für Altenpflege Papenburg und die Michaelschule gehen im kommenden Schuljahr eine Kooperation ein. In einem halbjährigen Projekt werden dann 18 Schüler und Schülerinnen der Obenender Haupt- und Realschule das Berufsbild des Altenpflegers kennen lernen.

Als Ansprechpartner werden ihnen Lehrer und auszubildende Altenpflegerinnen dienen, zu denen die Jugendlichen einen intensiven Kontakt haben werden. Das Projekt ist Teil des Beitrags der Berufsfachschule für einen Wettbewerb der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

„Die Idee war, den Jugendlichen das Berufsbild des Altenpflegers näherzubringen", stellt Jürgen Kothe, Leiter der Berufsfachschule, heraus. Dabei werde es darum gehen, „Erfahrungen zu sammeln, die die jungen Leute bei ihrer späteren Berufswahl berücksichtigen können", betont Jürgen Kothe.

Die Bedeutung des in Papenburg bisher einmaligen Projektes wissen Nicole Deters, Anja Jansing und Sonja Bögemann zu schätzen. Sie sind bereits in ihrem ersten Ausbildungsjahr als Altenpflegerinnen und wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig die Entscheidung zur Ausbildung war. „Wir wollen die Klischees unseres Berufes abbauen und einen Einblick in unsere Tätigkeit geben", erklärt Nicole Deters.

Nach den Sommerferien werden dann 18 Schüler und Schülerinnen des Wahlpflichtkurses „Soziales: Pflege und Gesundheit" der Michaelschule zunächst ein 14-tägiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung absolvieren. Anschließend steht jeweils wöchentlich ein „Pflegenachmittag auf dem Programm. Ludger Stukenborg, Leiter der Michaelschule, macht keinen Hehl daraus, dass dieses Angebot speziell Mädchen anspricht: „Wir bereiten in unserer Schule umfassend auf handwerkliche Berufe vor, die besonders für Jungen interessant sind. In unserem Berufsfeldspektrum fehlte bisher der soziale Aspekt."

Mit dem Projekt erweitere die Michaelschule ihr Angebot für die Schüler enorm, weiß auch Ludger Mählmann, der das Projekt als Lehrer begleitet. Gerline Alsmeier, ebenfalls begleitende Lehrkraft, freut sich auf das Projekt: „Es wird eine völlig neue Erfahrung, die unsere Schüler auch aus der Schule herausführt."

Schulleiter Stukenborg ist besonders stolz darauf, dass seine Schüler für das Projekt geradezu prädestiniert sind: „In einer Kompetenzanalyse, die die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Schülern evaluiert hat, haben wir herausgefunden, dass die soziale Kompetenz bei unseren Schülern besonders ausgeprägt ist."

Voller Vorfreude auf das Projekt ist auch Tatjana Voskuhl. Sie besucht momentan die 9.Klasse der Realschule und wird im nächsten Schuljahr an dem Projekt teilnehmen. „Mein Opa ist selbst demenzkrank. Mich hat beeindruckt, wie er gepflegt wird", beschreibt sie ihre Motivation. Laura Stubbe und Tatjana Henke hingegen wollen „einfach mal reinschnuppern".

Ob das Projekt, das im Februar nächsten Jahres parallel mit dem Schulhalbjahr enden wird, eine Fortsetzung findet, ist noch offen. „Zunächst einmal freuen wir uns riesig auf das bevorstehende Projekt", so Schulleiter Stukenborg.



WettbewerbAlzheimer
Info zum Wettbewerb auf
der Website der Deutschen
Alzheimergesellschaft

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