Gemeinsamkeiten in Bibel und Koran

Vorbildlicher Projekttag in der Michaelschule

SonntagsReport, 27.04.2008

 

Islamprojekt April 2008Batul El-Moudawar, Nuha Hussein, Dana Ennenga und Christina Gel (von links)
stellten sich  gegenseitig Bibel und Koran vor.
Foto: Mechthild Germann

Papenburg (meg) „Keiner soll wegen seiner Religion ein Außenseiter sein, und wir sollen freundschaftlich miteinander leben.“ So fasste Batul El-Moudawar, Schülerin der Michaelschule während des Projekttages der Klassen fünf im Fach Religion ihre eindrücke zusammen. Mit diesen Worten skizzierte die Schülerin auch das Ziel des Projektes, die Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam herauszuarbeiten.

Sie war überrascht wie sich Bibel und Koran ähnelten. Das wird besonders beim „Vater unser“ und bei der ersten Sure "Al Fatiha“ deutlich. „Allerdings ist der muslimische Glaube anders als der in der katholischen oder evangelischen Kirche“, ergänzte Batul.

Daher stellten die muslimischen Schüler und Schülerinnen der Michaelschule den Koran und die evangelischen und katholischen Jungen und Mädchen im Forum im Gegenzug die Bibel vor.
 
Das religionspädagogische Projekt sei vorbildlich. Das stellte Aloys Lögering, Beauftragter für den interreligiösen Dialog des Bistums Osnabrück, fest: „So lernen Kinder aus verschiedenen Glaubensrichtungen miteinander zu sprechen.“
Dabei könnten sie über Grundzüge des eigenen Glaubens gegenüber anderen Religionen berichten. Letztendlich könne dieses Projekt  auch im kleinen einen Beitrag zur Friedenssicherung leisten.

„Ein Beitrag für den Frieden“

Lögering fügte hinzu: „Weil man den Glauben des anderen nicht kennt, kann es zu Ängsten führen, die Aggressionen auslösen können.“

Sichtlich erfreut äußerte sich Lögering zum großen Zuspruch aus der Elternschaft, den das bundesweit einmalige Projekt gefunden habe. „Auf islamischer Seite herrschte Begeisterung“, fügte er hinzu.

Lehrerin Lena Sürken berichtete, dass man das Projekt gestartet habe, damit sich die Kinder früh über ihre Religion austauschten und tolerant mit Anhängern anderer Religionen umgingen.



 

Zur Sache
Einmal in der Woche unterrichtet der Islamwissenschaftler Jörg Ballnus an der Michaelschule in Papenburg Islamunterricht.  An diesem nehmen zur Zeit acht muslimische Kinder aus den Klassen fünf und sechs teil. Eingerichtet wurde der Islamunterricht zu Beginn des laufenden Schuljahres. Die Michaelschule plant, den Islamunterricht im kommenden Schuljahr auf die Jahrgänge sieben und acht auszuweiten.

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