Engagement findet auch in der Wirtschaft Anerkennung

Ausbildungs-Ass: Papenburger Michaelschule ausgezeichnet

Ems-Zeitung, 13. Oktober 2006

Ausbildungs-Ass
Ausbildungs-Ass: Die Lehrer der Michaelschule (3. v. rechts Schulleiter Ludger Stukenborg) bekamen
durch Bildungs-Staatssekretär Andreas Storm (2.v. rechts) den Preis überreicht.
Foto: Jens Peter Dohmes

 

jd Berlin/Papenburg.
Ludger Stukenborg strahlte. "Wir sind unheimlich stolz auf diesen Preis", sagte der Leiter der Papenburger Michaelschule gestern bei der Preisverleihung des zum zehnten Mal veranstalteten Wettbewerbs Ausbildungs-Ass in Berlin. Bewusst habe man sich beim Bundesverband der Wirtschaftsjunioren und der Junioren des Handwerks beworben, um "uns auch mal von der Wirtschaft bewerten zu lassen". Die Papenburger wurden für ihre Arbeit mit dem ersten Preis ausgezeichnet. "Was wir machen, findet also auch in der Wirtschaft Anerkennung", freute sich Stukenborg.

Die Jury würdigte mit der mit 2500 Euro dotierten Ehrung das besondere Engagement der Haupt- und Realschule für die Berufsvorbereitung ihrer 1000 Schüler. In den letzten sieben Jahren ist hier ein Konzept entwickelt worden, dass vor allem auf Kooperation mit der heimischen Wirtschaft setzt. Mit 180 Unternehmen arbeitet die Schule mittlerweile zusammen.

So vermitteln Praktika den Schülern einen Blick in den Berufsalltag; eine Besonderheit ist an der Michaelschule der Praktikantenaustausch mit Betrieben in den benachbarten Niederlanden. An der Schule gibt es praktisch ausgerichtete Wahlpflichtkurse, die laut Stukenborg "in einem ganz breiten Spektrum" Einblicke in die verschiedensten Berufsfelder geben sollen. Und - einzigartig in Niedersachsen - die Michaelschule hat einen eigenen Fachpraxislehrer eingestellt.
Erst vor kurzem wurde ein runder Tisch mit den Kooperationspartnern in Handwerk und Industrie initiiert, der sich viermal im Jahr treffen soll. Mittlerweile kämen sogar die Betriebe auf die Schule zu und fragten nach Praktikanten, berichtete Stukenborg. Der Lohn der Anstrengungen, an denen das gesamte Lehrerkollegium mitwirkt: "Fast 100 Prozent unserer Schüler bekommen am Ende ihrer Schulzeit einen Ausbildungsplatz."

"Die 2500 Euro Preisgeld
stecken wir in die Werkstätten"
Ludger Stukenborg,
Leiter der Michaelschule

Grund genug für die Jury, den ersten Preis in der Kategorie "Ausbildungsinitiativen" an die Michaelschule zu vergeben. Wie es denn möglich sei, ein solch ambitioniertes Programm logistisch auf die Beine zu stellen, fragte der Moderator der Festveranstaltung in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden, Gerd Kühlhorn von der Zeitschrift "Impulse". Drei Voraussetzungen seien es, ohne die es nicht ginge, antwortete Schulleiter Stukenborg: "Sehr interessierte Eltern, bildungswillige Schüler und ein hochengagiertes Lehrerkollegium".

Das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro ist der Schule hochwillkommen - und laut Stukenborg schon fest verplant: "Das stecken wir in die Ausstattung unserer Werkstätten."

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