Dezernentin: Michaelschule hat ein ausgereiftes Konzept entwickelt

Berufsspezifische Vorbereitung hat bereits grenzüberschreitenden Charakter

Ems-Zeitung, 13. September 2004

Besuch von Frau LampeMit an den Tisch der Schülerinnen setzte sich die Regierungsschuldirektorin Christa Lampe
Foto: Norbert Kremer

Papenburg: Berufsfindung und Berufsorientierung oder praxisorientierte Arbeitslehre. Mit diesem „Aufmacher“ betreibt die Haupt- und Realschule der Michaelschule in Papenburg auf einer illustrierten Informationsbroschüre Außenwerbung für ihre berufsbezogene Ausbildungsförderung in Form von in die Schulausbildung integrierten Wahlpflichtkursen.

Eine Werbung, die auch das Kultusministerium in Hannover auf die Aktivitäten der Obenender Schule im Zusammenhang mit deren Bemühungen um die Vorbereitung ihrer Schüler auf das Berufsleben aufmerksam gemacht hat. Grund genug für Regierungsschuldirektorin Christa Lampe, der Obenender Schule einen Besuch abzustatten. Und – um es gleich vorweg zu nehmen: es war ein in allen Richtungen konstruktives Treffen, dass der Ministerialdezernentin in ihrem Plädoyer am Schluss der sechsstündigen Veranstaltung allen Respekt abforderte.

Ein ausgereiftes Konzept, auf hohem Niveau stehend, bescheinigte die Besucherin der Schule, nachdem sie sich selbst ein für sie „beeindruckendes Bild von der praktischen Ausbildungstätigkeit“ im Zusammenhang mit berufsvorbereitenden Fachkursen in den einzelnen Projektklassen gemacht hatte.

1998/99, so Schulleiter Ludger Stukenborg, habe sich die Schule dem Ziel verschrieben, regionale und passgenaue Umsetzung der berufsspezifischen Ausbildungsarbeit zu betreiben.
Im Vordergrund stehe dabei der Schüler als Persönlichkeit, den die Schule als verantwortungsbewusstes Mitglied mit sozialer Verantwortung in die Arbeitsgesellschaft entlassen wolle.

Unterstützt werde die Schule auf diesem Wege von den örtlichen Betrieben, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkerschaft, dem Ämtern für Arbeitsvermittlung, den Berufsbildenden Schulen (BBS) und dem Berufstechnologischen Zentrum (BTZ) in Papenburg, die allesamt Vertreter zum Meinungsausstausch mit der Ministerialdezernentin entsandt hatten.

Mittlerweile, so Stukenborg, haben die schulischen Aktivitäten um die Förderung der berufsspezifischen Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben sogar grenzüberschreitenden Charakter durch eine Zusammenarbeit mit dem Norderpoortcollege in Stadtskanal, Niederlande, erhalten, die neben dem regelmäßigen Schüleraustausch auch persönliche und soziale Kontakte innerhalb der Grenzregionen geschaffen habe.

Kritisch setzten sich die Teilnehmer im Abschlussgespräch mit den überregionalen Zielen des Kultusministeriums auseinander. Elternarbeit war dabei das Stichwort, dass Christa Lampe den Schulvertretern mit auf den Weg gab. Nicht lediglich kritische Auseinandersetzung mit dem Leistungsvermögen der Kinder sei bundesweites Ziel der Ausbildungsarbeit, sondern die systematische und effektive Einbindung der Eltern in die berufsbezogene Schulausbildung.

Norbert Kremer

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